Es gibt verschiedene Traumatherapien, ich biete die Dialogische Traumatherapie an, die sich stark auf gestalttherapeutische Annahmen bezieht. Die dialogische Gestalttherapie sieht in traumatischen Ereignissen eine Verletzung der Selbstanteile. Unser Selbst schafft sich immer wieder neu in der Interaktion. Durch die extreme Selbsterfahrung während der traumatischen Erlebnisse, z.B. Unterwerfung oder Selbstauflösung, ziehen sich die gesunden Selbstanteile zurück und meiden den Kontakt mit den traumatisierten Selbstanteilen. In der Therapie geht es darum, dass die traumatisierten Selbstanteile wieder in Kontakt gebracht werden. Doch zunächst in der Stabilisierungsphase werden durch die Förderung von der Selbstwahrnehmung und der emotionalen Ausdrucksfähigkeit die gesunden Selbstanteile ge- und bestärkt. Die Kinder und Jugendlichen können z.B. ihre Geschichte malen um dieses „Unglaublich Erfahrende“ in ihrem Trauma-Gedächtnis emotional zu integrieren.

 

Mögliche traumabedingte Symptome

  • Wiederholtes Nacherleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder in Träumen
  • Gefühlstaubheit
  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen
  • Sozialer Rückzug
  • Gereiztheit oder Aggressionen
  • Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen wachrufen könnten
  • Angst und Panik
  • Schlafstörungen
  • Einnässen und Einkoten

 

Traumatisierende Erlebnisse

Ereignisse können traumatisch wirken, wenn die menschlichen Regulations- und Kompensationsmöglichkeiten überfordert sind, z.B. durch

  • Körperliche Gewalt
  • Vergewaltigung
  • Sexuelle Misshandlungen in der Kindheit
  • Kriegserlebnisse
  • Naturkatastrophen
  • Berufsbedingte Unfälle
  • Verkehrsunfälle
  • Todesfälle
  • Zeuge Sein von traumatischen Ereignissen

 

Die Dialogische Traumatherapie setzt sich aus vier Phasen zusammen

Aktivierung von Sicherheit durch Erkennen der Traumasymptome/Auslöser und den Wiedererwerb von Handlungskompetenzen Rückgewinnung innerer Stabilität durch Aktivierung der Selbstwahrnehmung und Abbau von Vermeidungsverhalten, Zulassen von Gefühlen über das Trauma.
Wiederaufnahme der Erinnerungen durch Konfrontation im Hier und Jetzt, die dazu führt, dass die gesunden Selbstanteile gestärkt werden und so sich Einstellungen zu dem Ereignis sich verändern können. Akzeptierens der eigenen Grenzen, Trauern und Neubeginn durch die Integration traumatischer Selbstanteile